Seit 1899

Die Geschichte der Marke Seidel

Die Marke Seidel gibt es seit 1899. Seit 2024 führen wir sie weiter – mit allen überlieferten Rezepturen.

Die Geschichte

Von der Weinessigfabrik zur Konservenmarke

Vom Essigfass in die Vorratskammer

Angefangen hat alles nicht mit Konserven, sondern mit Essig.

Heinrich Georg Seidel, geboren 1870 in Köln, übernahm 1897 die Weinessig- und Essigsprit-Fabrik seines Vaters in Köln-Ehrenfeld. Zwei Jahre später zog er weiter: Am 1. Mai 1899 gründete er auf einem Grundstück an der Hauptstraße in Porz einen eigenen Betrieb, die „Rheinische Weinessig-Fabrik Georg Seidel“.

Der Essig blieb nicht lange allein. Was aus dem Umland kam – Gurken, Bohnen, Obst –, wurde eingekocht, eingelegt, haltbar gemacht. 1903 trug das Unternehmen den neuen Schwerpunkt bereits im Namen: „Rheinische Weinessig- und Konservenfabrik Gg. Seidel“.

Ein Sortiment, das vertraut klingt

Was damals in Gläser und Fässer kam, würde heute niemanden überraschen: eingemachte Gurken und Bohnen, Gemüsekonserven, Sauerkraut, Senf, Marmeladen und Früchtekonserven. Dazu weiterhin Weinessig und Essigsprit.

Ein Detail aus den Aufzeichnungen jener Jahre ist bemerkenswert: Ein Teil des Obstes und Gemüses wuchs auf eigenen Plantagen in unmittelbarer Umgebung. Das war 1903 keine Marketingidee, sondern schlicht notwendig. Ohne Kühlkette musste zwischen Ernte und Kessel so wenig Zeit wie möglich liegen.

Zwei Brüder, zwei Werke, ein Krieg

1906 schloss Georg Seidel sich mit seinem Bruder Joseph zusammen. Aus den beiden Betrieben wurden die „Vereinigten Konserven- und Weinessig-Fabriken vormals Georg und Joseph Seidel“ – das Porzer Werk und Josephs Fabrik „Rhenania“ in Finthen bei Mainz unter einem Dach. Im Mai desselben Jahres wuchs Porz um eine dreißig Meter lange Produktionshalle.

Ansichtskarte der Vereinigten Conservenfabriken
Ansichtskarte der Vereinigten Conservenfabriken Sg. & Jos. Seidel, Porz bei Köln

Der Erste Weltkrieg beendete diese Phase. 1919 wurde die Porzer Gesellschaft aufgelöst. Joseph Seidel starb im März desselben Jahres, mit 42 Jahren.

Der Neuanfang im Vorgebirge

Georg Seidel fing noch einmal an. Mit seinem Sohn Georg Christian gründete er in Bad Godesberg eine neue Firma, die zunächst nur Konserven vertrieb. 1925 folgte der Schritt, der die nächsten hundert Jahre prägen sollte: der Bau einer eigenen Konservenfabrik in Bornheim-Sechtem.

Der Standort war kein Zufall. Das rheinische Vorgebirge zwischen Bonn und Köln gehört zu den ältesten und ertragreichsten Obst- und Gemüseanbaugebieten Deutschlands. Wer dort eine Konservenfabrik baut, hat die Rohware vor der Tür.

Was aus Sechtem kam

Über Jahrzehnte entstanden dort die Produkte, für die der Name Seidel steht: entsteinte Schattenmorellen, große weiße Bohnen, Waldheidelbeeren, Stachelbeeren, Spargel. In Sechtem wusste man je nach Windrichtung, was gerade eingekocht wurde.

2017 kam die Produktion der Neusser Leuchtenberg Sauerkrautfabrik hinzu. 2024 endete die Fertigung in Bornheim-Sechtem. Das Werk, das die Marke ein Jahrhundert lang getragen hatte, wurde geräumt und abgerissen.

Ernte auf dem Feld · Aufnahme Stollenwerk

Zeitstrahl

1897 bis heute

  1. 1897

    Köln-Ehrenfeld

    Georg Seidel übernimmt die Weinessigfabrik seines Vaters.

  2. 1899

    Porz

    Am 1. Mai gründet er an der Hauptstraße einen eigenen Betrieb.

  3. 1903

    Aus Essig wird Konserve

    Gurken, Bohnen, Sauerkraut, Marmeladen, Früchtekonserven. Ein Teil der Rohware kommt von eigenen Plantagen.

  4. 1906

    Zwei Brüder

    Zusammenschluss mit Joseph Seidels Fabrik in Finthen bei Mainz.

  5. 1925

    Bornheim-Sechtem

    Bau der Konservenfabrik im rheinischen Vorgebirge.

  6. 1963

    Neue Rechtsform

    Die Rheinische Konservenfabrik Georg Seidel GmbH & Co. KG.

  7. 2017

    Sauerkraut aus Neuss

    Die Produktion der Leuchtenberg Sauerkrautfabrik kommt nach Bornheim.

  8. 2024

    Übergang

    Die Fertigung in Sechtem endet. Wir übernehmen Marke und sämtliche Rezepturen und produzieren in Merzenich weiter.

Heute

Wie es weitergeht

An dieser Stelle hätte die Geschichte enden können. Viele Marken verschwinden genau so: Der Betrieb schließt, die Rezepturen landen im Aktenordner, und ein paar Jahre später erinnert sich niemand mehr, warum die Schattenmorellen früher besser schmeckten.

Wir haben uns dagegen entschieden.

2024 haben wir die Marke Seidel übernommen – zusammen mit sämtlichen Rezepturen, die über Jahrzehnte in Sechtem entstanden sind. Seither produzieren wir sie an unserem Standort in Merzenich weiter. Geblieben ist auch, woher die Rohware kommt. Obst und Gemüse beziehen wir überwiegend aus der Region.

Wir wollen die Marke Seidel wieder vollständig erlebbar machen: das ganze Sortiment, nicht nur einzelne Artikel. Dafür stehen die überlieferten Seidel-Rezepturen, sorgfältig ausgewählte Rohwaren und ein Qualitätsanspruch, der sich im Glas zeigt.

Rezeptur und Qualität

Die Rezepturen bleiben unverändert

Mit Seidel haben wir nicht nur einen traditionsreichen Markennamen übernommen, sondern vor allem das, wofür er steht: bewährte Qualität und vertrauter Geschmack.

Deshalb führen wir sämtliche Originalrezepturen unverändert fort – vom Apfelmus über große Bohnen bis hin zu Rotkohl und Roter Bete. Wir haben nichts vereinfacht, gestreckt oder dem Kostendruck geopfert.

Denn wer Seidel kauft, soll auch weiterhin genau die Qualität erhalten, die er von Seidel kennt.

Standort

Merzenich

Rheinland Konservenfabrik Vorgebirge GmbH
Am Roßpfad
52399 Merzenich-Girbelsrath

Hier wird produziert und abgefüllt — Obst und Gemüse beziehen wir überwiegend aus der Region.

Sortiment ansehen